Neuromodulation

ÜBER CHRONISCHE SCHMERZEN

Nahezu eine von fünf Personen in Europa leidet unter chronischen Schmerzen, d. h. per Definition Schmerzen, die zwischen drei bis sechs Monaten oder länger anhalten. Diese Art von Schmerzen erschöpft körperlich und emotional, und in einigen Fällen gehen sie nicht mehr weg. Dieser Zustand kann durch Nervenschäden infolge von Verletzungen oder routinemäßigen chirurgischen Eingriffen verursacht werden. Er kann zu Einschränkungen des täglichen Lebens, am Arbeitsplatz, in der Familie und im sozialen Leben führen.

Es dauert oft lange, bis Patienten mit chronischen Schmerzen entsprechend diagnostiziert werden, da das Bewusstsein für die Krankheit immer noch gering ist.

Für Menschen mit chronischen Schmerzen sind Ziele der Behandlung eine Linderung des Schmerzniveaus und eine Verbesserung ihrer Mobilität, um ihr normales tägliches Leben wieder aufnehmen können.

Möglichkeiten der Behandlung

Zur Linderung der Auswirkungen von chronischen Schmerzen stehen unterschiedliche Therapien und Behandlungen wie Schmerzmittel, Nervenblocker, Radiofrequenz-Therapie und Neurostimulation zur Verfügung.

Unter Neurostimulation ist eine Behandlungsmethode zu verstehen, die weltweit bereits mehr als 300.000 Patienten bei der Linderung ihrer Schmerzen geholfen hat.

Bei der Neurostimulation wird eine geringe Menge elektrischer Impulse (Stimulation) eingesetzt, um die natürlichen Schmerzsignale Ihres Körpers zu maskieren oder zu unterbrechen. Diese elektrische Stimulation kann in der Umgebung der Schmerzzone zu einem Kribbeln (Parästhesie) führen. Da sich chronische Schmerzen sehr unterschiedlich manifestieren können, stehen verschiedene Neuromodulationsverfahren zur Verfügung, um Ihnen bestmöglich helfen zu können.

Testphase

Gemeinsam mit Ihrem Arzt prüfen Sie mit einem Neurostimulations-Testsystem den Effekt der Neurostimulation zur Schmerzlinderung, bevor Sie sich zu einem dauerhaften Implantat entschließen. Sie erhalten ein Testgerät, das genauso wie ein Implantat funktioniert, sich aber leicht wieder entfernen lässt. Wichtig ist, dass Sie mit Ihrem Arzt den Eingriff und die Bedeutung der Testphase besprechen.

Wenn es sich um ein Testsystem handelt, wird Ihr Arzt nur die Elektroden implantieren. Die Testelektroden werden anschließend an einen externen, sich also außerhalb Ihres Körpers befindenden Generator angeschlossen, den Sie dazu verwenden, die Stimulation zu erzeugen und deren Stärke selbst anzupassen. Der externe Impulsgenerator zeichnet sich normalerweise nicht unter Ihrer Kleidung ab.

Während der Testphase beurteilen Sie gemäß den Anweisungen Ihres Arztes, wie gut das System Ihre Schmerzen den ganzen Tag lang und bei unterschiedlichen Tätigkeiten lindert. Nach der Auswertung besprechen Sie mit Ihrem Arzt Ihre Erfahrungen und überlegen gemeinsam, ob Ihnen ein dauerhaftes Implantat nutzen würde.

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BurstDR™ Stimulation

Die traditionelle tonische Stimulation verwendet gleichmäßige elektrische Impulse, um Schmerzen durch ein Kribbeln, das als Parästhesie bezeichnet wird, zu ersetzen. Bei einigen Patienten kann das Empfinden dieser Stimulation bei Veränderungen der Körperhaltung schwanken, und Parästhesien können unangenehm werden.

Burst Stimulation funktioniert anders, hier werden elektrische Impulse salvenartig abgegeben; sie imitieren den natürlichen Ablauf der Neuronensignale im menschlichen Körper und stellen damit eine alternative Therapie-Methode für chronische Schmerzerkrankungen dar. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass bei der Burst Stimulation nur wenige oder gar keine Parästhesien auftreten.

Die BurstDR™ Stimulation wurde zur Behandlung größerer und umfangreicherer Schmerzbereiche entwickelt.

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DRG Stimulation

Die Spinalganglienstimulation (Dorsal Root Ganglion Stimulation, DRG) ist eine neue Therapie, die zur gezielten Behandlung örtlicher Schmerzen entwickelt wurde.

Die Ganglienstimulation funktioniert anders als die traditionelle Rückenmarkstimulation (Spinal Cord Stimulation, SCS). Sie spricht gezielt die Nerven in den Spinalganglien an, einer Struktur, die vollgepackt mit sensorischen Nerven ist, welche Informationen an das Rückenmark übertragen, das diese Signale dann zum Gehirn weiterleitet. Die traditionelle SCS hat einen anderen Ansatz: Sie zielt auf die Nerven entlang der  dorsalen Hinterstränge des Rückenmarks ab, wobei es sich oft als schwierig erweist, die gewünschten schmerzhaften Stellen zu isolieren.

Die Ganglienstimulation hat sich bei schwer therapierbaren Erkrankungen, die derzeit mit der traditionellen SCS nur unzureichend behandelt werden können – wie z. B. chronische therapieresistente Schmerzen der Beine, Füße, Hände, Kniee und der Leistengegend – als wirksam erwiesen. Die Forschung hat auch gezeigt, dass die Ganglienstimulation bei postoperativen und neuropathischen Schmerzsyndromen nutzbringend für die Patienten eingesetzt werden kann.

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Dies ist die wahre Geschichte einer Patientin – sie beschreibt nur das von dieser Person Erlebte.

Einen Arzt Finden

Ihr Arzt kennt vielleicht eine Klinik mit einem Schmerzzentrum in Ihrer Nähe. Es kann aber ganz praktisch sein, ihm selbst eine Liste mit in Frage kommenden Zentren vorzulegen.

Die Kliniken, die im Abschnitt Standortsuche dieses Fragebogens aufgeführt sind, werden nicht von St. Jude Medical (jetzt Abbott) empfohlen [oder von St. Jude Medical beauftragt], und weder St. Jude Medical (jetzt Abbott) noch die Kliniken haben für die Aufnahme der Klinikdaten in diese Liste bezahlt. Diese Kliniken sind nur aufgrund (i) ihrer Nähe zu Ihrem Standort und (ii) ihrer erklärten Spezialisierung auf chronische Schmerzen aufgeführt. Wir versuchen, die Standortsuche für die Kliniken auf dem neuesten Stand zu halten, es ist jedoch möglich, dass wir einige Kliniken in Ihrer Nähe aus von unserem Willen unabhängigen Gründen nicht aufgeführt haben.

Fragen an Ihren Arzt

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Auf dem Weg zur Schmerzlinderung kann es ein sehr wichtiger Schritt sein, mit Ihrem Arzt über Ihre chronischen Schmerzen zu reden. Bitte nehmen Sie die Ergebnisse des Frageboges zu chronischen Schmerzen und die Informationen zu den verfügbaren Behandlungsoptionen mit, um ein möglichst eingehendes Gespräch zu führen.